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Nachlese zur Wanderung durch die Gauchach- und Wutachschlucht am 07.07.2018


mit Heinz Kaufke und Hartmut Hentschel


Früh morgens um 7 Uhr starteten 43 Teilnehmer per Bus über die A 81 in Richtung Naturpark Südschwarzwald. Während der Anreise informierte uns Heinz Kaufke über den größten Canyon Deutschlands, die Wutachschlucht und stimmte uns auf ein besonderes Wandererlebnis ein. Die erste Gruppe von 18 Wanderfreunden kam ja noch in den Genuss, der weniger besuchten, wildromantischen Gauchachschlucht. Sie beginnt unterhalb von Döttingen und der Eintritt über ein massives Holzportal ließ uns in dieses besondere Naturschutzgebiet eintauchen. Die Schlucht ist wegen der steilen Hänge, wo sich der Bach tief in das harte Muschelkalkgestein gefressen hat, berühmt. Dem Wanderer bleiben nur schmale Pfade, die nah am Wasser liegen und über die man balancieren musste, übrig. Die vielen (17), schwankenden rutschigen Brücken die zu überwinden waren, meistens nur mit einem Geländer gesichert, erforderten ebenfalls gutes Augenmaß und Trittsicherheit. Sehr beeindruckend in den Schluchtauen die großblättrigen Pestwurzbestände und die Hochstaudenflur mit herrlichen Blüten, die wir durchstreiften. Die Wegstrecke forderte volle Konzentration wenn man nicht in die Gaudach abrutschen wollte. An der Gauchachmündung in die Wutach, dem Kanadiersteg - einer schönen, überdachten Holzbrücke, verbrachten wir unsere Vesperpause.

Nun wanderten wir an der Wutach flussaufwärts und bestaunten im engen Tal steile Wald und Felsflanken. An manchen Stellen blieb nur ein schmaler Sims zwischen senkrechter Felswand und reißendem Fluss den wir zum Laufen zur Verfügung hatten. Das Tal wurde wesentlich breiter und wir konnten uns unter einem lockeren Blätterdach der Eschen, Buchen, Linden und Ahornbäume erfreuen ( die Spuren der an den Vortagen niedergegangenen Starkregen mit Hagel waren überall sichtbar, selbst Berge von Hagelkörner lagen noch am Wegesrand ). Der Wanderweg in der Wutachschlucht war wesentlich entspannter und man konnte seine Blicke entlang der imposanten Felsengalerien schweifen lassen. Vor dieser markanten Kulisse entstand auch noch mal ein Gruppenfoto.

Der letzte Abschnitt bis zur Schattenmühle hatte es in sich und brachte den einen oder anderen doch an seine Grenzen. Über alpine Pfade mit dicken Wurzeln durchzogen und groben Schottergestein ging es noch mal Auf und Ab und forderte auch den geübten Wanderer. Nach einigen Stunden Gehzeit wurden die Beine schwer und das teilweise schwüle Wetter beeinträchtigte die Kondition. Doch auch dieser letzte Wanderabschnitt bot uns noch mal prächtige Ausblicke in tiefe Schluchten und rauschende Wasserfälle dieser überwältigenden Urlandschaft. So kamen wir alle unversehrt und ziemlich erschöpft in der Schattenmühle zur Schlusseinkehr an, wo die Gruppe zwei uns schon erwartete. Hatte die Gruppe 1 doch 20,3 km Wegstrecke und 624 Hm Steigungen in einer reinen Gehzeit von 5,5 Stunden bewältigt.

Die Gauchach- und Wutachschlucht ein unvergessliches Erlebnis für jeden Wanderer das tiefe Eindrücke und Erinnerungen hinterläßt. Den Canyon hautnah erleben, die Stille genießen, nahe am Wasser wandern, kleine Wasserfälle über Steinstufen verfolgen oder die Wutach aus der Höhe bestaunen.

Für diesen besonderen, erlebnisreichen Tag und die gut vorbereitete Wanderung bedanken wir uns ganz herzlich bei den beiden Wanderführern Heinz und Hartmut. Es gehört viel Leidenschaft und Mut dazu, so ein schwieriges Gelände für eine Wanderung anzubieten. Als langjähriger Wanderführer und einheimischer Schwarzwaldkenner führte uns Heinz souverän durch die Schluchten und war sicher auch erleichtert, dass alle wohlbehalten ankamen. Ich denke, dass gilt auch für die beiden Wanderführer Silke und Tobias der Gruppe zwei.

09. Juli 2018 Gundi Grafe







Fotos: Hartmut Hentschel 07.07.2018

Brückenerneuerung vor der Gauchachschlucht

Die Gauchach am Fels

Gruppenbild vor der Gauchachschlucht

Steile Pfade

Schmale Pfade

Fast ein Wasserfall

Pause an der Gauchachmündung in die Wutach

Der Wutachkenner

Schmetterlingjäger

Wandergruppe an der Wutach

Schwarzwälder Kirschtorte, Espresso und Bier

Wandern macht hungrig

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